{"id":3297,"date":"2025-05-30T12:10:14","date_gmt":"2025-05-30T10:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/bielefelder-friedensini.de\/?p=3297"},"modified":"2025-06-02T12:15:44","modified_gmt":"2025-06-02T10:15:44","slug":"friedenskonzert-des-bielefelder-oratorienchors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bielefelder-friedensini.de\/?p=3297","title":{"rendered":"Friedenskonzert des Bielefelder Oratorienchors"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Am 29.05.2025 hat Angelika Clau\u00dfen beim Konzert des Bielefelder Oratorienchors eine Rede zu ihrem Friedenskonzert gehalten.<br>In der Pause wurden auch Unterschriften f\u00fcr den Bielefelder Friedensappell gesammelt.<\/strong> <br><br><br><strong>Rede Oratorienchor 29.05.2025<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verehrtes Publikum. Wir sind heute zusammengekommen, weil wir auf Frieden und auf Ermutigung hoffen, durch die Musik zweier gro\u00dfer Komponisten, Frank Martin und Anton Bruckner.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viele viele gute und starke Friedenslieder, so wie das Lied \u201ePrayer of the Mothers\u201c, das tausende von israelischen und pal\u00e4stinensischen Frauen gesungen haben bei ihrem Friedensmarsch im Oktober 2014, nach dem Gazakrieg 2014 im Sommer. Der Marsch endete mit einem gemeinsamen j\u00fcdisch-muslimischen Gebet f\u00fcr den Frieden von 4.000 Frauen in Qasr el Yahud am n\u00f6rdlichen Ende des Toten Meeres.<\/p>\n\n\n\n<p>Der aktuelle Krieg auf Gaza ist extrem brutal und blutig, schon jetzt verhungern tausende Menschen, vor allem Kinder. Wann werden Israelis und Pal\u00e4stinenserinnen endlich gemeinsam das Friedenslied, Prayers oft he Mothers\u201c singen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine dauert nun schon mehr als drei Jahre an. Auch er hat das Leben von Zigtausenden Menschen in der Ukraine zerst\u00f6rt. \u00dcber die Zahl der get\u00f6teten und schwer verletzten Soldaten schweigen beide Seiten. In seinen Verhandlungen hat der amerikanische -Pr\u00e4sident seine Gesch\u00e4ftsinteressen f\u00fcr die Welt\u00f6ffentlichkeit offengelegt. Ihn wie auch dem russischen Pr\u00e4sidenten scheint Frieden kaum zu interessieren. Wie lange noch sollen so viele unschuldige Menschen sterben? Wo das Ende des Ukrainekriegs immer noch nicht absehbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Frage lautet: Wie werden Kriege beendet?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Friedensgutachten 2023 sagt: Nur 20 % aller zwischenstaatlichen Kriege enden mit einem Sieg oder einer milit\u00e4rischen Niederlage, sowie der zweite Weltkrieg.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber 80 % der Kriege werden durch Gespr\u00e4che f\u00fcr Waffenstillstandsabkommen, u.U. auch mit regelrechten Friedensverhandlungen beendet. Allerdings braucht es f\u00fcr Friedensverhandlungen immer noch eine zweite Komponente, wie der Historiker J\u00f6rn Leonhard erkl\u00e4rt. Es braucht einen starken Vermittler. Wie z.B. im Zerfallskrieg von Jugoslawien. Damals nahmen die USA diese Rolle ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber im Krieg zwischen Russland und der Ukraine fehlt ein solcher starker Vermittler.&nbsp; Die USA und Europa sind ebenso wie China zwar nicht unmittelbar, aber doch mittelbar in den Konflikt involviert. Also m\u00fcsste es auch auf dieser Ebene zu einer Einigung kommen. Zudem zeigt die Erfahrung auch, dass Kriege, die nicht innerhalb der ersten 12 Monate beendet werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem langen Krieg werden, durchschnittlich 10 Jahre. Und Verhandlungen zu Waffenstillstand und Frieden k\u00f6nnen ebenfalls lange dauern.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Botschaft als Friedensaktivistin ist: Behalten Sie trotz allem Hoffnung und Mut. Ja es sind schwierige Zeiten. Doch es kommt auf uns Menschen an, auf die Zivilbev\u00f6lkerung. Wir alle sind gefragt, die gegenw\u00e4rtigen Krisen, die Multikrise, in der die gesamte Welt steckt. Wir alle sollte die Multikrise als Chance f\u00fcr Frieden zu begreifen. Zukunft f\u00fcr Frieden und f\u00fcr ein Miteinander der Menschen und der V\u00f6lker gibt es nur gemeinsam, mit Kooperation. Auch die Klimakrise ist Teil der gegenw\u00e4rtigen Multikrise. Und wir wissen genau: Ohne Frieden l\u00e4sst sich die Klimakrise nicht eind\u00e4mmen. Und ohne die Klimakrise an der Wurzel zu packen, mit allen Beteiligten in Konflikten \u00fcber Wasser und Ressourcen zusammen zu arbeiten, kann es keinen Frieden geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lehren aus dem zweiten Weltkrieg f\u00fcr Europa, f\u00fcr Deutschland hei\u00dfen Vers\u00f6hnung, Kooperation, Abr\u00fcstung und R\u00fcstungskontrolle als erster Schritt dazu. Wir Menschen waren es, die die Politik zu Abr\u00fcstung und Kooperation gedr\u00e4ngt haben. Mit vielen kleinen Initiativen f\u00fcr Vers\u00f6hnung, gegen die Wiederbewaffnung, gegen die Atombewaffnung. Jede noch so kleine Tat von jedem einzelnen f\u00fcr den Frieden z\u00e4hlt. Erinnern wir uns: Die Verhandlungen in der Konferenz f\u00fcr Frieden und Zusammenarbeit begannen schon in den 70er Jahren, lange bevor Gorbatschow Generalsekret\u00e4r der KPdSU wurde. Die Entspannungspolitik wurde nicht vor allem mit Gorbatschow verhandelt, sondern mit seinem Vorg\u00e4nger Breschnjew. Auch jetzt, wenn vieles erst mal aussichtslos erscheint, weil die Autokraten der Welt so m\u00e4chtig sind, braucht es ein Verst\u00e4ndnis davon, dass Sicherheit, R\u00fcstungskontrolle und Abr\u00fcstung nur gemeinsam erreicht werden k\u00f6nnen. Wie auch die Eind\u00e4mmung der Klimakrise.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Vision von Zusammenarbeit hat Zukunft, nicht der endlose Krieg, nicht die endlose Aufr\u00fcstung. Sie, verehrtes Publikum, k\u00f6nnen viele kleine Dinge tun, z.B. eine Blume oder einen Baum pflanzen, zusammen Friedenslieder singen, unabh\u00e4ngig davon wie viel Vorbereitung f\u00fcr einen Krieg geplant wird. Das alles sind die wichtigen Dinge unseres Alltags. Wir brauchen den Frieden wie die Luft zu atmen. Und diese Botschaft schicken wir an die Regierenden, die Politiker:innen, die f\u00fchrenden Milit\u00e4rs, wo und wie immer wir es k\u00f6nnen. &nbsp;Wir wollen Frieden und wir wollen friedensf\u00e4hig bleiben statt kriegst\u00fcchtig werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Anregung f\u00fcr unsere Stadt Bielefeld: Bielefeld hat mit uns B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern St\u00e4dtepartnerschaften aufgebaut, mit der ukrainischen Stadt Tscherkassy und der russischen Stadt Nowgorod, mit der der israelischen Stadt Nahariya und mit der pal\u00e4stinensischen Stadt Dschenin. Diese Partnerschaften wollen wir beleben, weiterf\u00fchren, so wie wir es k\u00f6nnen. Das ist eine klare Absage an Feindschaft. Wir wehren uns dagegen Feinde zu sein! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was Sie heute tun k\u00f6nnen? Im Foyer liegt der Bielefelder Appell f\u00fcr Frieden, den Sie mitzeichnen k\u00f6nnen. Als B\u00fcrgerin und B\u00fcrger unserer Stadt. Der Appell setzt ein Zeichen an den Rat der Stadt Bielefeld und an die Regierungen in Deutschland und Europa, damit \u2013 ich zitiere- \u201edas T\u00f6ten und die Eskalation von Konflikten aufh\u00f6ren\u201c, damit \u201eWaffenstillstandsbem\u00fchungen und die Suche nach Verhandlungsl\u00f6sungen\u201c endlich konsequent verfolgt werden\u201c von allen am Krieg beteiligten Regierungen. Bleiben wir friedensf\u00e4hig statt kriegst\u00fcchtig.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29.05.2025 hat Angelika Clau\u00dfen beim Konzert des Bielefelder Oratorienchors eine Rede zu ihrem Friedenskonzert gehalten.In der Pause wurden auch Unterschriften f\u00fcr den Bielefelder Friedensappell gesammelt. Rede Oratorienchor 29.05.2025 Verehrtes Publikum. Wir sind heute zusammengekommen, weil wir auf Frieden und auf Ermutigung hoffen, durch die Musik zweier gro\u00dfer Komponisten, Frank Martin und Anton Bruckner. 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