Schulstreik gegen die Wehrpflicht

08.05.2026

Solidaritätsrede                                                                                        
ver.di-Friedensgruppe „Frieden jetzt!“ und GEW-Arbeitsgruppe „Frieden und Internationales“ Bielefeld

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,

Ihr seid heute bereits zum dritten Mal in den Streik getreten, um Euren Protest gegen die Wehrpflicht und alle Zwangsdienste auf die Straße zu bringen.

Ich übermittle Euch die solidarischen Grüße der ver.di-Friedensgruppe „Frieden jetzt!“ und der GEW-Arbeitsgruppe „Frieden und Internationales“ Bielefeld.

Die GEW, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, ist die Gewerkschaft, in der Lehrerinnen und Lehrer organisiert sind, um für Ihre Interessen einzutreten.

Ver.di, die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft, organisiert Beschäftigte aus dem Dienstleistungssektor. Ver.di-Mitglieder streiken, um in Tarifkämpfen ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Heute streiken Beschäftigte des Einzelhandels für die Durchsetzung der Gehaltsforderungen. Die sogenannte Arbeitgeber-Seite hat bisher kein Angebot vorgelegt. Durch den Streik soll diese Blockadehaltung durchbrochen werden.

Ihr führt heute einen politischen Streik.

Ihr habt erkannt,

  • Der Wehrdienst wird eingeführt, damit Deutschland wieder Krieg führen kann.
  • Geplant ist, Jugendliche in Kasernen zu sperren, damit sie dort durch Drill und Gehorsam das Töten lernen.
  • Ihr seid es, die im Krieg verheizt werden.
    Im Krieg wird von Soldaten gefordert, auf Befehl andere Menschen zu töten.
    Und Ihr als die zukünftigen Soldaten werdet im Krieg getötet oder verstümmelt.
    Laut Verteidigungsministerium soll Bielefeld zum Bundeswehrstandort gemacht werden. In der Stadt soll ein Musterungszentren entstehen. Aber es betrifft nicht nur die Jugend: Der Wehrbeauftragte Otte will künftig Menschen bis 70 Jahren einziehen.
  • Die Milliarden für Aufrüstung fehlen bei Kitas, Kliniken, Ausbildung und Mieten.
    Während Kampfjets gekauft und Kasernen saniert werden, verfallen Schulen und Krankenhäuser. An den Schulen fehlen Lehrerinnen und Lehrer.
    Die Bundesregierung hat mit ihrem Angriff auf die sozialen Sicherungssysteme begonnen. Sie will die Versorgung der Menschen im Krankheitsfall schleifen: Z. B. soll es Streichungen bei den Zahlungen der Krankenkassen an die Versicherten geben, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall soll eingeschränkt werden und es droht die Schließung vieler kommunaler und kirchlicher Krankenhäuser.
    Gleichzeitig wird das Gesundheitssystem auf einen Krieg vorbereitet. Man rechnet mit 1.000 Verletzten Soldaten pro Tag. Um verletzte Soldaten wieder einsatzfähig zu machen, werden sie dann vor den Zivilisten behandelt.

Die Regierung steckt das Geld lieber in Hochrüstung, statt Investitionen in den Klimaschutz vorzunehmen und für das Wohlergehen aller Menschen zu sorgen.

  • Wir freuen uns, dass Ihr Euch
    gegen die Wehrpflicht, gegen Aufrüstung und Krieg und stattdessen
    für den Frieden engagiert.
  • Wir wollen nicht, dass Jugendliche das Kriegshandwerk lernen.
  • Wir wollen nicht, dass Menschen in den Krieg ziehen.
  • Wir haben Kinder und Enkelkinder.
    Wir sagen: NEIN, unsere Söhne kriegt ihr nicht.
               Und: Auch unsere Töchter kriegt ihr nicht.

Wir als Friedensaktivisten in den Gewerkschaften engagieren uns auch.
Wir machen deutlich:

  • In Tarifrunden wird behauptet, es sei kein Geld für Tariferhöhungen und gute Arbeitsbedingungen vorhanden.
    Dagegen wissen wir sehr gut: Das Geld wird stattdessen für Hochrüstung und die Vorbereitung eines Krieges ausgegeben.
  • Es wird behauptet, die Alten würden auf Kosten der Jungen leben.
    Dagegen wissen wir sehr gut: Es ist genug Geld für Jung und Alt vorhanden.
    Statt zukünftig fast die Hälfte des Bundeshaushalts in die Rüstung zu stecken,
    sollte die soziale Absicherung aller Menschen gewährleistet sein.
    An der Finanzierung müssen endlich auch die Superreichen in diesem Land beteiligt werden.

Wir fordern:

  • Schluss mit Zwang! – Keine Wehrpflicht, keine Erfassung, keine Bundeswehr an Schulen und Hochschulen!
  • Geld für den Sozialstaat, nicht für Aufrüstung! – Milliarden für Bildung & Gesundheit, Klima und Wohnraum – nicht für Panzer und Kasernen!
    Kein Geld für Kriegsvorbereitung!
  • Ausbildung, die auch trägt! –
    Ausbildungsplätze in gesellschaftlich sinnvollen Berufen mit existenzsichernden Vergütung, Übernahmegarantie und Tarifverträge!
  • Keine Repression für Streikende!

Wir freuen uns, dass Ihr Euch heute zahlreich am Streik beteiligt und Euren Protest auf die Straße tragt.

Gemeinsam sind wir stark:
Friedensfähig statt kriegstüchtig!
Keine Wehrpflicht! Aufrüstung stoppen, Kriege beenden!